Gallien in Gefahr?

Als führender Asterix-Experte des Wahlkreises “Vorderpfalz Süd” erlaube ich mir das Wort zu ergreifen, um den öffentlichen Diskurs wieder in sachliche Bahnen zu lenken.
Nachdem nun die Feuilletons aller führenden deutschen Tageszeitungen über den neuen Asterix-Band hergezogen sind (Tenor: “Der Himmel ist uns auf den Kopf gefallen”), wird es Zeit für eine differenzierte Betrachtung, wie sie zum Beispiel hier zu finden ist.
Ich kann mich der Meinung dieses Kollegen durchaus anschließen. Zweifelsohne hat das neue Heft nicht den Charme & Esprit der großen Bände, die aus der Zusammenarbeit von Goscinny & Uderzo enstanden. Ich gebe allerdings zu bedenken, daß ein ganz wesentlicher Erfolgsfaktor der “alten” Bände die liebevoll-satirische Beschreibung der Bewohner des jeweiligen Gastlandes war (Goten, Normannen, Korsen, Spanier, Belchier, Briten, Schweizer – um nur einige zu nennen). Leider ist die bekannte antike Welt von Asterix ausgeschöpft, so daß nun – seit einigen Bänden bereits – neue Schauplätze und Themen gefunden werden müssen.
In diesem Sinne verdient die Idee Uderzos, das Thema “Comics” zum eigentlichen Thema des Asterix-Bandes zu machen, durchaus Respekt – und eine genauere Durchsicht des Bandes.
Auch wenn die sprachliche Qualität des Bandes nicht auf Augenhöhe mit den klassichen Bänden ist, folgendes Zitat zu “Shwor-Zis” hat was:

Den muß man tatsächlich ganz neu konfigurieren.

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