Fundamentale Mentalitätsprobleme

An folgenden Beiträgen der letzten beiden Tage läßt sich exemplarisch aufzeigen, was hier in Deutschland fundamental nicht stimmt:
Süddeutsche Zeitung – Krise der Wikipedia – Unleserlicher Mist

Nach einer Serie blamabler Pannen ist die Online-Enzyklopädie “Wikipedia” entzaubert. Im Netz nennt man sie bereits “Wiki-Prawda”. Der Betreiber hat Korrekturen angekündigt. Doch bleibt das Projekt einer “Social Software” im Kern gefährdet.

n-tv.de – Eintagsfliege – Weblogs völlig überschätzt

Weblogs sind ein völlig überschätztes Phänomen. Zwar ist die Anzahl der Internet-Tagebücher sowie ihr Bekanntheitsgrad sehr hoch. Doch die Anzahl derer, die darin ihre Kommentare abgeben, ist ebenso gering wie die Anzahl derer, die einen “Blog” betreiben. Zudem ist die Reichweite von Blogs sehr gering. Das sind die Ergebnisse der neuesten W3B-Studie, für die in den vergangenen beiden Monaten gut 100.000 deutsche Internetnutzer befragt wurden.

Typisch Deutsch:
* Tritt ein Problem auf, wird das ganze Produkt/Konzept/Idee komplett in Frage gestellt
* Kein Mensch interessiert sich dafür, was man denn besser machen könnte – es macht ja viel mehr Spaß, einfach hirnlos draufzuschlagen anstatt konstruktive Ideen einzubringen
* Lieber warten wir mal ab, es könnte ja ein Problem auftreten
* Wir machen mal lieber nix, es bestände ja sonst die Gefahr, daß wir durch eine Aktion etwas dazulernen
Warum haben wir Deutschen wohl alle relevanten technologischen Trends der letzten 100 Jahre komplett verschnarcht? Warum ist deshalb unsere Volkswirtschaft in einer Schieflage, aus der sie selbst nicht mehr rauskommen wird? Hat sich das mal jemand gefragt? Nöö, ne.
Um meinen Freund Garfield zu zitieren: Mann, bin ich geladen…
Zum Thema passend wie die Faust auf’s Auge dieser Artikel in der New York Times.
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