Der inflationäre Gebrauch von “Danke”

Wie oft nutzen (und hören) wir als praktizierende Scrum-Adepten Versatzstücke wie

  • Vielen Dank, daß Sie an diesem Meeting teilnehmen
  • Vielen Dank für Euer pünktliches Erscheinen
  • Vielen Dank für den Feedback
  • Vielen Dank für die konstruktive Atmosphäre

Für mein Dafürhalten sind dies leere Floskeln. Die Teilnahme an Meetings ist Teil des Jobs. Soweit ich informiert bin, ist Pünktlichkeit eine Eigenschaft, die einem die eigenen Eltern beigebracht haben (sollten) (*). Auf Höflichkeit hat bereits die eigene Mutter bestanden. Nach meinen Informationen steht in den gängigen Arbeitsverträgen auch nichts über unsachliches Rumschreien.

Der inflationäre Gebrauch des “Danke” verwässert die Botschaft, wenn es wirklich angebracht / notwendig (**) ist, jemandem zu danken. Wie wäre es statt leerer Worthülsen mit

  • Vielen Dank, daß Du gestern am späten Abend noch das Modul XYZ aufgeräumt hast
  • Vielen Dank, daß Du heute morgen früher gekommen bist, um die rauchende Build-Maschine wieder zum Laufen zu bringen
  • Vielen Dank, daß Du mir beim Debuggen meines Problems geholfen hast, ich habe den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen
  • Vielen Dank, daß Du vorige Woche die Initiative ergriffen hast und den Kollegen die Architektur des Moduls XYZ am Beamer erklärt hast

(*) Falls man eine subtile Botschaft rüberbringen muß, paßt auch ein “Ich freue mich, daß ausnahmsweise wirklich alle pünktlich erschienen sind”.

(**) Ihr habt es geahnt: Ich bin ein Anhänger der “Ned g’schmipft is’ g’nug g’lobt” – Theorie.